Beyond The Roots LARGE ENSEMBLE
Annette Maye - Klarinette
Hindol Deb - Sitar
Kioomars Musayyebi - Santur
Bassem Hawar - Djoze
Albrecht Maurer - Violine, Remix Tool
Golnar Shahyar - Vocal
Kerstin de Witt - Blockflöte
Eva Zöllner - Akkordeon
Anil Eraslan - Cello
Antonis Anissegos - Piano
Mahan Mirarab - Gitarre
Carl Ludwig Hübsch - Tuba
Oded Geizhals - Perkussion
Rie Watanabe - Perkussion
Premiere des Large Ensembles
24. Mai 2024
Alte Feuerwache, Köln
Zu Gast bei Chamber Remix Cologne
02. Dezember 2025
Orangerie Theater
STREAM-VIDEOS DER PREMIERE
Beyond The Roots Large Ensemble Stream Part I
HOUSE OF SYNTOPIA und MATHILDE von Albrecht Maurer
Albrecht Maurer - Leitung
Beyond The Roots Large Ensemble Stream Part II
HOUSE OF SYNTOPIA und MATHILDE von Albrecht Maurer
Albrecht Maurer - Leitung
Fotos von der Premiere am 24. Mai im Alten Pfandhaus Köln
von Bernd Wendt
Prof. Ernst Pöppel über Syntopie
Im Rahmen seiner Grundlagenforschung über Gehirnfunktionen und die Bedingungen für Kreativität hat Prof. Dr. Ernst Pöppel das Konzept der Syntopie formuliert. Er definiert Syntopie als die Verbindung von räumlich und gedanklich Getrenntem und als Voraussetzung für Kreativität. Kreativität erwachse aus der Verbindung von explizitem Wissen, implizitem Können und persönlicher Erfahrung. Wenn heute von Wissen gesprochen wird, dann wird damit zumeist das begriffliche Wissen bezeichnet. Pöppel erwähnt jedoch weitere mindestens ebenso wichtige Wissensformen: das Handlungswissen als intuitiv gewonnenes oder implizit verfügbares Wissen am Beispiel künstlerischen Wissens oder des wissenschaftlichen Wissen eines Experimentators, sowie das bildliche Wissen, in dem ein Gutteil des menschlichen Gehirns ausschließlich mit Bildern und nicht mit Begriffen beschäftigt sei.
Igor Sacharow-Ross – ein Blockhaus als Syntopie-Plastik
Sapiens-Sapiens ist eine Syntopie-Plastik, ein Ort der Begegnung, des Kennenlernens und der aktiven Teilhabe. Ein Blockhaus, das Elemente verschiedenster Bauformen aus ganz unterschiedlichen Ländern zusammenfügt. Es ist 2000 in Köln-Volkhoven entstanden und ein gelungenes Beispiel für eine syntopische Intervention architektonischer und sozialer Kontexte. Gemeinsam schufen die teilnehmenden Handwerker:innen eine Stätte des Zusammenwirkens, die an die mittelalterliche Tradition der Bauhütten aus dem Kathedralenbau erinnert, und an deren Tradition die Gründung des Bauhauses in Weimar im frühen 20. Jahrhundert anschloss.
Albrecht Maurer über „House of Syntopia“
Was für einen visuellen Menschen das Bild ist, das ist für einen auditiven Menschen das Musikstück. Wie Ernst Pöppel es schildert, verfügt auch der auditive Mensch über begriffliches Wissen, Handlungswissen und bildliches Wissen, jedoch sind seine Bilder Töne, seine Kathedralen sind orchestrale Werke, und er hat ein inneres Wissen von Musik, das auf individueller Erfahrung musikalischer Orte aufbaut. Mein House of Syntopia basiert auf meinem inneren Reichtum erlebter Musik und verbindet sich prozesshaft mit den musikalischen Orten, die jedes Ensemblemitglied in sich trägt und einbringt. Das Notenmaterial ist dabei die Architektur und das Baumaterial, womit gemeinsam gestaltet wird. Die genaue Ausführung, die Gestaltung und Verzierung der Noten, die Improvisationen und die Umsetzung grafischer und verbaler Ideen, sowie die Verbindung all dieser Elemente im Vorgang des musikalischen Bauens geschieht im Prozess des Probens und dann im Konzert selbst, dem für mich immer ein Höchstmaß an Gegenwartsintensität innewohnt und das im besten Fall über die Grenzen der eigenen Wurzeln hinaus geht – Beyond The Roots.
Über Mathilde von Sascha Nitsche , Zimmermann, Köln
Mathilde ist ein Wort aus dem Rotwelsch, jenem mittelalterlichen Esperanto der Landstraße. Mathilde ist die Straße selbst und in der Tradition der Fahrenden ist sie so etwas wie eine mystische Persönlichkeit. Wer sich auf eine Reise begibt – oder begeben muss – ist einerseits auf sich zurückgeworfen, auch wenn er mit Anderen reist und andererseits oft genug auch anderen Menschen ausgeliefert. Das macht verwundbar und zwingt zur Offenheit. Oft verläuft eine Reise nicht so, wie man es vorher gedacht hat, doch macht dann am Ende Alles irgendwie einen Sinn. „Das ist Mathilde“ sagen dann die Reisenden.
Albrecht Maurer über „Mathilde"
Für so vieles war das Leben selbst mein Lehrer, die Begegnungen mit Menschen, die Faszination für das Neue und die Suche in mir selbst. Dabei verdanke ich Mathilde sehr viel: das Gefühl getragen worden zu sein und wenn es nicht gut war, sich zu schütteln, nach vorne zu schauen und erneut aufzubrechen. In diesem Konzert steht Mathilde für musikalische Übergänge, Zwischenspiele und luftige Teile, in denen das Large Ensemble von sich selbst erzählt und in Untergruppen oder im Kollektiv Neues wagt.